Warum Eltern wichtig sind
Kinder sammeln ihre ersten Medienerfahrungen zuhause. Deshalb gehört die Zusammenarbeit mit Eltern fest zur Medienbildung in Kita und Schule. Eltern sollten wissen:
- welche Bedeutung Medien im Alltag ihrer Kinder haben
- wie stark Kinder sich an Medienvorbildern orientieren
- dass sie selbst wichtige Vorbilder für ihr Kind sind
Viele Eltern sind unsicher und suchen Orientierung. Kita und Schule können sie dabei unterstützen – ohne Druck, ohne Zeigefinger und auf Augenhöhe.
Alltagskontakte nutzen – nicht warten bis zum Elternabend
Für Medienthemen braucht es nicht immer eine große Veranstaltung. Viele kleine Gelegenheiten eignen sich, um ins Gespräch zu kommen, z. B.:
- Tür- und Angelgespräche
- Eltern-Café
- Infoecken
- Aushänge
- offene Fragewände
- Kita-Feste
- Einzelgespräche
- Elternbrief / Messenger / Kita-App
So lässt sich früh erkennen, was Eltern bewegt und welche Fragen und Bedürfnisse sie haben. Daraus kann später ein passgenauer Elternabend entstehen.
Wie ein guter Elternabend gelingen kann
Einladung und Vorbereitung
Damit Eltern gut teilnehmen können, helfen z. B.:
- maximal 2 Stunden Zeitrahmen
- keine Konkurrenz zu Festen/Events
- Angebote am Nachmittag (inkl. Kinderbetreuung)
- sichtbare Arbeiten der Kinder
Eine freundliche Einladung macht neugierig – ohne schlechtes Gewissen oder Belehrung. Einladungen können z. B. gemeinsam mit Kindern gestaltet werden (Lieblingsfiguren, Slogans ausschneiden, malen etc.).

Aktiver Einstieg – damit alle ins Gespräch kommen
Ein aktivierender Einstieg („Icebreaker“) lockert auf und bringt sofort die Lebenswelt der Eltern ins Spiel. Bewährt hat sich z. B. die Held*innen-Wäscheleine:
- Bilder von Medienheld*innen im Raum verteilen
- Eltern wählen je eine Figur, die sie mögen und eine, die sie nicht mögen
- Austausch über Idole, Vorbilder & Medienfiguren
Ziel: Verständnis dafür schaffen, welche Rolle Medienfiguren im Alltag von Kindern spielen.

Kurzer Input – ohne Überforderung
Ein Elternabend lebt von Austausch, nicht von Vorträgen. 15–30 Minuten Input reichen völlig aus. Wichtig dabei:
- Kinder nehmen Medien anders wahr als Erwachsene
- sie brauchen altersgerechte Inhalte
- Eltern sind wichtige Begleiter im Umgang mit Medien
Eine offene, wertschätzende Atmosphäre hilft, dass Eltern eigene Fragen und Unsicherheiten äußern.

Austausch und gemeinsame Lösungen
Im zweiten Teil geht es darum:
- Fragen zu klären
- Erfahrungen zu teilen
- Probleme zu entlasten
- Vereinbarungen zu entwickeln
Es gibt keine Patentrezepte für Medienerziehung. Ziel ist, gemeinsam handlungsfähig zu werden, z. B.:
- Vereinbarungen für Zuhause
- klare Regeln
- bewusstes Vorbildverhalten
Hilfreich ist z. B. der Mediennutzungsvertrag (www.mediennutzungsvertrag.de).

Tipps & Unterstützung für Eltern
Heute gibt es vielfältige Materialien, die Eltern entlasten und informieren – kurz, kindnah und alltagsorientiert, u. a.:
- Online-Medienkurse
- Informationsportale
- Methodenkarten
- Eltern-Mediatheken
- Leitfäden für Elternabende
Sie bieten Grundlagenwissen und geben praktische Ideen für den Familienalltag.

Was wichtig bleibt
- Eltern nicht belehren
- keine Schuldgefühle verstärken
- keinen Leistungsdruck erzeugen
- Gemeinsamkeiten nutzen
- Lösungen miteinander entwickeln
So entsteht eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und Medienerziehung wird zu einem Thema, das Familie, Kita und Schule gemeinsam gestalten.